Verletzungen

Wann zum Arzt?

Homöopathische Selbstbehandlung eignet sich für leichte bis mittelschwere akute Beschwerden. Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr bitte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall: 112.

Verletzungen sind Wunden oder Schädigungen an Körperstrukturen, die durch Gewalteinwirkung von außen entstehen. Der Begriff umfasst Prellungen, Quetschungen, Stich- und Risswunden, Knochenbrüche, Verbrennungen, Verätzungen und Vergiftungen.

Passende homöopathische Mittel

Finden Sie anhand der nachfolgenden Beschwerden und Symptome das passende homöopathische Mittel, das zur Besserung bei Verletzungen beitragen kann.

Beschwerden/SymptomeMittel
Bläulich-rote Verfärbung der betroffenen Stelle. Selbst kleine Verletzungen bluten sehr schnell und stark. Das Blut ist dunkel und hört nicht auf zu fließen. Wunden heilen langsam. Lachesis
Sehnenverletzungen infolge einer Stauchung oder Prellung eines Gelenkes. Gefühl von Steifheit und Zerschlagenheit. Durch Überbeanspruchung oder Verletzung der Sehnen kann es zu vermehrtem Wachstum des Bindegewebes und Knötchenbildung kommen. Vorkommen besonders häufig an den Handgelenken.
Schmerzhafte Verletzungen der Knochenhaut und Blutergüsse an der Knochenhaut.
Ruta
Wund gelaufene Füße und wund gescheuerte Stellen an den Fersen. Besser an der frischen Luft und durch kalte Anwendungen. Allium cepa
Schmerzen nach einem Sturz auf das Steißbein, nach Verletzungen des Rückenmarks, Krämpfe nach einer Gehirnerschütterung und Beschwerden nach der Geburt.
Folgen von Stichverletzungen, Punktionen und Risswunden. Verletzungen durch eingetretene Nägel, Splitter oder Nadeln an Körperstellen in denen sich viele Nerven befinden. Dazu gehören Finger, Zehen, Nagelbett, Handinnenflächen und Fußsohlen.
Die Schmerzen sind unerträglich, schießend und stechend. Sie weisen darauf hin, dass die Nerven verletzt sind. Die Patienten sind äußerst empfindlich gegenüber Berührungen. Die Schmerzen können in andere Körperteile ausstrahlen und mit Kribbeln und Empfindungen von Taubheit verbunden sein.
Hypericum
Risswunden mit lange anhaltenden und dunklen Blutungen. Die verletzten Teile fühlen sich wie gequetscht an. Hamamelis
Schlecht heilende und berührungsempfindliche Schnittwunden, unter anderem nach Operationen. Die Beschwerden treten vor allem nach Operationen des Bauchraumes auf. In diesem Zusammenhang kann es auch zu Verstopfung oder Harnverhaltung kommen. Staphisagria
Verletzungen bei denen es zu einem Blutaustritt aus den Gefäßen gekommen ist. Dazu gehören blaue Flecken, Quetschungen, Zerrungen, Verrenkungen und auch operative Eingriffe, bei denen Gewebe verletzt wurde. Die typischen Schmerzen sind mit einer großen Empfindlichkeit verbunden. Die Patienten empfinden jegliche Unterlage als zu hart und wälzen sich hin und her um eine bequeme Lage zu finden. Sie fühlen sich wie wund und zerschlagen. Anstrengung und die geringste Berührung verschlimmern die Beschwerden. Arnica
Muskelverspannungen, Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Blutergüsse und Muskelrisse nach sportlicher Betätigung. Gefühl von Zerschlagenheit und Kälte im betroffenen Bereich. Bewegung und Reiben bessert die Beschwerden.
Komplikationen nach Knochenbruch (Sudeck-Syndrom). Starke Schmerzen, die durch Wärme gelindert werden.
Verhärtung der Brust nach einer Quetschung oder Prellung.
An Verletzungsstellen bilden sich Tumore oder Zysten.
Bellis perennis
Selbst kleinste Verletzungen eitern sehr schnell. Kalte Umschläge lindern die Beschwerden. Mercurius solubilis
Verletzungen der Knochenhaut und Knochenbrüche mit starken und lang anhaltenden Schmerzen.
Verletzungen an Bändern und Sehnen, sowie Sehnenscheidenentzündung.
Verstauchungen und Verletzungen durch einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand.
Symphytum
Kleinste Wunden bluten auffällig stark. Kreosotum

Homöopathische Komplexmittel

Häufige Fragen

Welche homöopathischen Mittel helfen bei Verletzungen?

Bei Verletzungen kommen in der Homöopathie u.a. folgende Mittel in Frage: Lachesis, Ruta, Allium cepa, Hypericum, Hamamelis. Welches Mittel im Einzelfall passt, hängt von den genauen Symptomen, dem Verlauf und den individuellen Begleitumständen ab.

Wie wird Verletzungen homöopathisch behandelt?

Die Auswahl des passenden Mittels richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild. Wichtig sind Lokalisation der Beschwerden, Auslöser, Verlauf, Begleitsymptome sowie Faktoren, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern.

Welche Potenz wird bei Verletzungen in der Selbstbehandlung empfohlen?

Für die Selbstbehandlung akuter Beschwerden werden meist die Potenzen D6 und D12 verwendet. Bei einer akuten, heftigen Verschlechterung kann auch eine einmalige Gabe der C30-Potenz sinnvoll sein. Bei chronischen Verläufen sollte die Behandlung von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden.

Wann sollte ich bei Verletzungen zum Arzt gehen?

Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Im Notfall: 112.

Hinweise zur homöopathischen Anwendung

Bevor Sie ein homöopathisches Mittel selbst anwenden, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise – sie helfen Ihnen, das passende Mittel zu wählen, richtig zu dosieren und die Grenzen der Selbstbehandlung einzuschätzen.

Heilpraktikerin Ulrike Schlüter

Fachlich geprüft & verfasst von

Ulrike Schlüter

Heilpraktikerin & Medizinjournalistin · Eifel

Seit fast 30 Jahren begleitet mich die Homöopathie auf meinem Lebensweg. Die sanfte und schnelle Wirkung homöopathischer Mittel bei einer eigenen Erkrankung hat mich beeindruckt und meine berufliche Laufbahn tiefgreifend geprägt. Mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungen und der praktischen Arbeit in eigener Heilpraktiker-Praxis habe ich mich zu einer Expertin auf dem Gebiet der Homöopathie entwickelt. Mein heutiger Schwerpunkt liegt in der Wissensvermittlung – in Kursen, Artikeln und der Begleitung von Familien zu mehr Selbstwirksamkeit in Gesundheitsfragen.

  • Zweijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie
  • Frauenspezifische Beschwerden in der homöopathischen Praxis
  • Homöopathische Begleitung psychischer Erkrankungen
  • Sehgal-Methode in der Homöopathie
  • Intensiv-Training homöopathischer Akutbehandlung
  • Homöopathische Behandlung von Kindern

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!