Grippale Infekte/Erkältung

Wann zum Arzt?

Homöopathische Selbstbehandlung eignet sich für leichte bis mittelschwere akute Beschwerden. Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr bitte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall: 112.

Mit den Begriffen Grippaler Infekt und Erkältung wird eine durch Viren oder Bakterien ausgelöste Infektion der oberen Atemwege bezeichnet. Symptome sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber.

Passende homöopathische Mittel

Finden Sie anhand der nachfolgenden Beschwerden und Symptome das passende homöopathische Mittel, das zur Besserung bei Grippale Infekte/Erkältung beitragen kann.

Beschwerden/SymptomeMittel
Hohes Fieber und starker Schüttelfrost. Schlimmer beim geringsten Luftzug. Nux vomica
Nase und Augen tränen stark. Das Nasensekret ist dünn-flüssig, wässrig und ätzt an den Nasenlöchern. Die Augen jucken, brennen und sind gerötet. Patienten reagieren sehr empfindlich auf Licht. Die Tränen sind mild. Während des Fiebers läuft es den Patienten kalt über den Rücken. Zu Anfang des Schnupfens können die Zähne schmerzen. Während der Erkältung haben die Patienten keinen Appetit, wohl aber Durst auf warme Getränke. Sobald die Patienten an die frische Luft gehen, bessern sich die Beschwerden. Allium cepa
Folgen von Durchnässung. Zunächst heftiges Fieber mit Schüttelfrost, nach einigen Stunden dann Ohnmachtsanfälle. Am nächsten Tag Schnupfen. Sepia
Treten plötzlich auf, nachdem Patienten kaltem Wind oder Kälte ausgesetzt gewesen sind. Heftiger Verlauf mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und kleinen Pupillen. Eine Wange ist rötlich verfärbt, die andere Wange ist blass. Bei Beteiligung des Rachens oder der Mandeln sind diese hochrot und brennen. Großer Durst auf große Mengen kalter Getränke. Besserung der Beschwerden sobald das Fieber mit der Bildung von Schweiß einhergeht. Aconitum
Erkältungen mit langsamem Fieberanstieg. Das Fieber steigt selten höher als 38,5 Grad Celsius. Schnupfen mit wässrigen und scharfen Absonderungen. Niesattacken. Der Rachen ist trocken und wund. Schmerzen beim Schlucken. Heiserkeit. Patienten sind benommen und möchten alleine sein. Schlimmer durch feuchtes Wetter und Gewitter. Besser nachmittags und durch Schwitzen. Gelsemium
Erkältungen mit starken Kopfschmerzen, großem Durst und einer belegten Zunge. Vor allem in der Mitte ist die Zunge weiß oder bräunlich belegt. Hohes Fieber, welches langsam ansteigt und über mehrere Tage anhält. Starke Gliederschmerzen, die sich durch Bewegung verschlimmern. Wärme und Ruhe bessern. Bryonia
Die Erkältung wird durch Temperaturwechsel ausgelöst, kommt ganz plötzlich und geht mit hohem Fieber einher. Das Gesicht ist hochrot und glüht förmlich. Die Pupillen sind erweitert. Kopf und Füße sind eiskalt, während der restliche Körper heiß ist. Trotz der großen Hitze besteht kein Durst. Schlimmer durch Licht, Geräusche, Berührung und nachmittags. Besser durch Liegen in einem warmen Zimmer. Belladonna
Nachdem die Patienten Zugluft ausgesetzt gewesen sind, kommt es zu Schnupfen, Niesen, Heiserkeit und Husten. Schleimiger, grüner Auswurf beim Husten. Anfälle von trockenem Reizhusten. Reichliches Schwitzen während des Fiebers mit brennendem Durst. Besser durch Wärme, warme Speisen und Getränke, sowie an der frischen Luft. Acidum benzoicum
Heiserkeit und reichlich Fließschnupfen durch Unterkühlung an heißen Tagen. Carbo vegetabilis
Die Patienten sind müde und fühlen sich wie zerschlagen. Beim Husten geht unwillkürlich Urin ab. Causticum
Infektanfälligkeit: Immer wiederkehrende Erkältungen und grippale Infekte mit Husten, Schnupfen und Fieber. Echinacea
Patienten, die jedes Jahr im Herbst für etwa 4 Wochen dauerhaft erkältet sind. Teucrium marum verum
Schnupfen mit wässrigem- mildem Nasensekret, brennenden Augen und Kopfschmerzen. Euphrasia
Während einer Erkältung können die Patienten nichts riechen und somit auch nichts schmecken. Luffa
Erkältungen bei feucht-warmem Wetter. Schnupfen mit blutigem Nasensekret. Husten in Verbindung mit sehr starker Übelkeit. Die Zunge ist nicht belegt. Stimmverlust nach Abklingen des Hustens. Ipecacuanha
Erkältung oder Grippe bei jedem Wetterwechsel. Die Nase ist verstopft und sondert ein dünnes und wundmachendes Sekret ab. Kälteschauer laufen über den Rücken. Auffällig ist ein schmutziger Belag auf der Zunge, sowie Abdrücke der Zähne an den Rändern der Zunge. Fieber entwickelt sich nur langsam und steigt nicht hoch an. Mercurius solubilis
Nach einer Erkältung oder einem grippalen Infekt bleibt eine lang anhaltende Schwäche bestehen. Die Patienten sind blass, erschöpft, niedergeschlagen und haben ein sehr großes Bedürfnis nach Ruhe. Während und nach einer Erkältung können die Patienten nichts schmecken oder riechen. Besserung der Beschwerden im Warmen. Natrium chloratum
Heftiges Niesen und starker Juckreiz in der Nase. Schlimmer um 2 Uhr nachts. Kalium phosphoricum
Der Infekt beginnt mit Beschwerden im Hals. Der Rachen ist dunkelrot verfärbt. Die Lymphdrüsen sind selbst bei leichter Berührung schmerzhaft. Die Halsschmerzen ziehen bis zu den Ohren. Der Infekt geht mit Gliederschmerzen einher und tritt besonders im Winter bei nass-kaltem Wetter auf. Phytolacca
Erstes Stadium von Erkältungen oder grippalen Infekten. Starker Schnupfen mit brennenden und blutigen Absonderungen. Der Husten ist trocken und bellend. Die Brust schmerzt beim Husten. Die Patienten sind heiser und leiden unter Halsschmerzen. Der Hals ist gerötet und entzündet. Besserung des Hustens während der Nacht. Ferrum phosphoricum
Die Infektion beginnt im Hals mit Kratzen und Brennen. Später kommt es zu Heiserkeit und manchmal auch zum Verlust der Stimme. Die Patienten leiden nach einer Infektion unter einer lang anhaltenden Schwäche. Phosphorus
Auslöser der Beschwerden sind feuchte Kälte oder Nasswerden. Die Patienten sind zunächst fröstelig, später wird ihnen glühend heiß. Sie leiden unter trockenem und krampfartigem Husten. Die Augen sind gerötet, tränen und schmerzen. Draußen leiden die Patienten unter verstopfter Nase und drinnen läuft die Nase. Dulcamara
Die Infektion beginnt mit Schnupfen und steigt dann in die Bronchien hinab. Die Patienten haben eine verstopfte Nase und nächtlichen, quälenden Reizhusten. Sticta

Homöopathische Komplexmittel

Häufige Fragen

Welche homöopathischen Mittel helfen bei Grippale Infekte/Erkältung?

Bei Grippale Infekte/Erkältung kommen in der Homöopathie u.a. folgende Mittel in Frage: Nux vomica, Allium cepa, Sepia, Aconitum, Gelsemium. Welches Mittel im Einzelfall passt, hängt von den genauen Symptomen, dem Verlauf und den individuellen Begleitumständen ab.

Wie wird Grippale Infekte/Erkältung homöopathisch behandelt?

Die Auswahl des passenden Mittels richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild. Wichtig sind Lokalisation der Beschwerden, Auslöser, Verlauf, Begleitsymptome sowie Faktoren, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern.

Welche Potenz wird bei Grippale Infekte/Erkältung in der Selbstbehandlung empfohlen?

Für die Selbstbehandlung akuter Beschwerden werden meist die Potenzen D6 und D12 verwendet. Bei einer akuten, heftigen Verschlechterung kann auch eine einmalige Gabe der C30-Potenz sinnvoll sein. Bei chronischen Verläufen sollte die Behandlung von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden.

Wann sollte ich bei Grippale Infekte/Erkältung zum Arzt gehen?

Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Im Notfall: 112.

Hinweise zur homöopathischen Anwendung

Bevor Sie ein homöopathisches Mittel selbst anwenden, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise – sie helfen Ihnen, das passende Mittel zu wählen, richtig zu dosieren und die Grenzen der Selbstbehandlung einzuschätzen.

Heilpraktikerin Ulrike Schlüter

Fachlich geprüft & verfasst von

Ulrike Schlüter

Heilpraktikerin & Medizinjournalistin · Eifel

Seit fast 30 Jahren begleitet mich die Homöopathie auf meinem Lebensweg. Die sanfte und schnelle Wirkung homöopathischer Mittel bei einer eigenen Erkrankung hat mich beeindruckt und meine berufliche Laufbahn tiefgreifend geprägt. Mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungen und der praktischen Arbeit in eigener Heilpraktiker-Praxis habe ich mich zu einer Expertin auf dem Gebiet der Homöopathie entwickelt. Mein heutiger Schwerpunkt liegt in der Wissensvermittlung – in Kursen, Artikeln und der Begleitung von Familien zu mehr Selbstwirksamkeit in Gesundheitsfragen.

  • Zweijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie
  • Frauenspezifische Beschwerden in der homöopathischen Praxis
  • Homöopathische Begleitung psychischer Erkrankungen
  • Sehgal-Methode in der Homöopathie
  • Intensiv-Training homöopathischer Akutbehandlung
  • Homöopathische Behandlung von Kindern

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!