Angstzustände/Schock

Wann zum Arzt?

Homöopathische Selbstbehandlung eignet sich für leichte bis mittelschwere akute Beschwerden. Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr bitte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall: 112.

Angstzustände können begründet (Furcht vor Erkrankungen, Verlusten etc.) und unbegründet (Furcht vor Spinnen, vorm Fliegen etc.) auftreten. Typische Symptome sind Unruhe, Herzklopfen, Schwitzen, Muskelanspannung, Übelkeit und Zittern. Ängste können sich bis hin zu Panik und Schock steigern.

Passende homöopathische Mittel

Finden Sie anhand der nachfolgenden Beschwerden und Symptome das passende homöopathische Mittel, das zur Besserung bei Angstzustände/Schock beitragen kann.

Beschwerden/SymptomeMittel
Angstzustände nach furchterregenden Ereignissen, wie etwa ein Autounfall oder ein Erdbeben. Plötzliche Erblindung nach Schock. Auch ein lang zurückliegender Schock kann durch Aconitum aufgelöst werden. Aconitum
Große Angst vor dem Tod. Patienten haben das Gefühl, der Tod stehe unmittelbar bevor. Angst in einer Menschenmenge, in einem Raum voller Menschen, in einem engen und abgeschlossenen Raum. Panikattacken mit Herzklopfen, Hitze und Rötung im Gesicht und Atemnot. Schlimmer abends und 1 bis 2 Stunden nach dem Einschlafen. Erschrecktes Hochfahren aus dem Schlaf. Die Ängste gehen einher mit großer Ruhelosigkeit. Verschlimmerung durch Hitze. Besser durch Ruhe, Aufenthalt im Freien und Schwitzen. Aconitum
Panikattacken mit großer Ruhelosigkeit und Zittern. Patienten möchten auf gar keinen Fall alleine bleiben und brauchen Zuspruch. Schlimmer nach Mitternacht oder zwischen 24 und 2 Uhr. Ängste betreffen vor allem die Gesundheit. Große Furcht vor dem Tod. Zweifel an der Genesung können in die Depression mit Suizidneigung führen. Schlimmer durch Kälte, besser durch Wärme und Gesellschaft. Arsenicum album
Panikattacken und Angstzustände bei Hitze und Fieber. Der Patient hat große Furcht vor dem Tod. Ruta
Der Patient leidet unter starken Ängsten. Angst vor Tod, Krankheit, den Verstand zu verlieren und Verletzungen. Großer Bewegungsdrang. Im weiteren Verlauf depressive Verstimmungen bis hin zu Suizidneigung. Schlimmer durch Aufregung und während der Menstruation. Besser durch Wärme. Cimicifuga
Der Patient leidet unter vielfältigen Ängsten. Furcht vor der Außenwelt, vor Feuer und vor Verletzungen. Schlimmer abends und in der Nacht. Besser durch Wärme. Hepar sulfuris
Der Patient leidet unter einer Vielzahl von Ängsten. Hauptsächlich besteht Existenzangst und Furcht vor ansteckenden Krankheiten. Der Patient zweifelt an seiner Genesung. Er fürchtet, den Verstand zu verlieren. Calcium carbonicum
Lampenfieber und Prüfungsangst mit nervöser Erschöpfung, Magenschmerzen und Verstopfung. Anacardium
Die Patienten leiden unter Höhenangst mit dem Gefühl zu Fallen. Bei Abwärtsbewegung (zum Beispiel im Fahrstuhl oder wenn der Säugling ins Bett gelegt wird) kommt es zu Schwindel und Übelkeit als Folge der Angst. Borax
Angst sich zu verspäten, vor der Zukunft, vor Tadel und davor, sich zu verlieben. Die Angst tritt häufig morgens beim Erwachen auf.
Auch lange zurückliegende Schockerlebnisse können mit Natrium chloratum behandelt werden. Die Patienten können das Erlebte nicht vergessen und kreisen immer wieder mit ihren Gedanken darum.
Natrium chloratum
Angst morgens beim Aufwachen. Schwäche und Antriebslosigkeit begleiten die Angst. Graphites
Vielfältige Ängste. Zum Beispiel besteht Angst vor dem Alleinsein, vor dem Tod, in der Dunkelheit, bei Gewitter, vor Tieren, vor Wasser und ganz allgemein vor der Zukunft. Phosphorus
Ängste werden im Magen empfunden. Die Patienten erschrecken bei Kleinigkeiten. Kalium carbonicum
Nach einem Schreck oder Schock treten Erbrechen und Durchfall auf. Der Körper der Betroffenen ist eiskalt. Auf der Stirn steht kalter Schweiß. Veratrum album
Jeder Schreck schlägt sich auf den Magen. Die Patienten sind ängstlich und empfinden ein Gefühl von Schwäche im Magen. Mezereum
Die Patienten haben Angst davor, vergiftet zu werden. Hyoscyamus niger
Die Patienten haben Angst vor Tieren, insbesondere vor Schlangen, Spinnen und Hunden. Sie haben Furcht in Ohnmacht zufallen, vor Krankheiten und vor dem Tod. Lac caninum
Die Patienten haben Angst vor Prüfungen, Krankheiten und vor Schmerz. Die Ängste belasten die Patienten nur tagsüber. Piper methysticum
Die Patienten haben Angst beim Alleinsein. Die Angst empfinden Sie im Magen. Daphne mezereum

Homöopathische Komplexmittel

Häufige Fragen

Welche homöopathischen Mittel helfen bei Angstzustände/Schock?

Bei Angstzustände/Schock kommen in der Homöopathie u.a. folgende Mittel in Frage: Aconitum, Arsenicum album, Ruta, Cimicifuga, Hepar sulfuris. Welches Mittel im Einzelfall passt, hängt von den genauen Symptomen, dem Verlauf und den individuellen Begleitumständen ab.

Wie wird Angstzustände/Schock homöopathisch behandelt?

Die Auswahl des passenden Mittels richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild. Wichtig sind Lokalisation der Beschwerden, Auslöser, Verlauf, Begleitsymptome sowie Faktoren, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern.

Welche Potenz wird bei Angstzustände/Schock in der Selbstbehandlung empfohlen?

Für die Selbstbehandlung akuter Beschwerden werden meist die Potenzen D6 und D12 verwendet. Bei einer akuten, heftigen Verschlechterung kann auch eine einmalige Gabe der C30-Potenz sinnvoll sein. Bei chronischen Verläufen sollte die Behandlung von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden.

Wann sollte ich bei Angstzustände/Schock zum Arzt gehen?

Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Im Notfall: 112.

Hinweise zur homöopathischen Anwendung

Bevor Sie ein homöopathisches Mittel selbst anwenden, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise – sie helfen Ihnen, das passende Mittel zu wählen, richtig zu dosieren und die Grenzen der Selbstbehandlung einzuschätzen.

Heilpraktikerin Ulrike Schlüter

Fachlich geprüft & verfasst von

Ulrike Schlüter

Heilpraktikerin & Medizinjournalistin · Eifel

Seit fast 30 Jahren begleitet mich die Homöopathie auf meinem Lebensweg. Die sanfte und schnelle Wirkung homöopathischer Mittel bei einer eigenen Erkrankung hat mich beeindruckt und meine berufliche Laufbahn tiefgreifend geprägt. Mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungen und der praktischen Arbeit in eigener Heilpraktiker-Praxis habe ich mich zu einer Expertin auf dem Gebiet der Homöopathie entwickelt. Mein heutiger Schwerpunkt liegt in der Wissensvermittlung – in Kursen, Artikeln und der Begleitung von Familien zu mehr Selbstwirksamkeit in Gesundheitsfragen.

  • Zweijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie
  • Frauenspezifische Beschwerden in der homöopathischen Praxis
  • Homöopathische Begleitung psychischer Erkrankungen
  • Sehgal-Methode in der Homöopathie
  • Intensiv-Training homöopathischer Akutbehandlung
  • Homöopathische Behandlung von Kindern

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!