Erschöpfung

Wann zum Arzt?

Homöopathische Selbstbehandlung eignet sich für leichte bis mittelschwere akute Beschwerden. Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr bitte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall: 112.

Erschöpfung tritt in belastenden Situationen und im Rahmen von Erkrankungen auf. Die Betroffenen fühlen sich müde, schwach und abgeschlagen.

Passende homöopathische Mittel

Finden Sie anhand der nachfolgenden Beschwerden und Symptome das passende homöopathische Mittel, das zur Besserung bei Erschöpfung beitragen kann.

Beschwerden/SymptomeMittel
Sowohl körperliche als auch seelische Erschöpfung. Der ganze Körper zittert. Gefühl, jederzeit umkippen zu können. Morgens und durch extreme Hitze oder Kälte schlimmer. Lang anhaltende Sorgen und Ängste, sowie Liebeskummer und Eifersucht führen in die Erschöpfung. Lachesis
Starke Erschöpfung und Schwäche sowohl auf der körperlichen wie auch auf der geistigen und emotionalen Ebene. Die Augenlider sind so schwer, dass die Augen kaum offen gehalten werden können. Müde und apathisch. Patient möchte alleine sein, nicht denken müssen und nichts tun müssen. Besser nachmittags und durch andauernde Bewegung. Gelsemium
Patienten sind außerordentlich verantwortungsbewusst und verfügen über ein ausgeprägtes Pflichtgefühl. Sie arbeiten bis zum Umfallen, um Ihren Aufgaben nachzukommen und vernachlässigen sich selbst. Calcium carbonicum
Geistige und körperliche Erschöpfung in Verbindung mit Angst und Traurigkeit. Vor lauter Erschöpfung finden die Patienten nicht in den Schlaf. Wenn sie dann doch einschlafen, ist der Schlaf sehr unruhig. Abrotanum
Zunächst geistige und im weiteren Verlauf zunehmend körperliche Schwäche. Ursache der nervösen Erschöpfung sind lang anhaltender Kummer, Ärger oder ein Schock. Die Patienten sind gleichgültig und leiden unter Antriebsschwäche. Sie können sich nicht gut konzentrieren und finden nicht die richtigen Worte. Die Schwäche bessert sich durch Wärme und ein kurzes Nickerchen. Acidum phosphoricum
Patienten sind extrem reizbar und regen sich über jede Kleinigkeit auf. Jede Tätigkeit wird hastig erledigt. Nichts kann schnell genug gehen. Dadurch werden die Patienten verwirrt und geraten durcheinander. Acidum sulfuricum
Patienten sind vergesslich und leiden unter Schlafstörungen. Sie sind mit den Nerven am Ende und extrem geräuschempfindlich. Ambra
Schwäche und Trägheit. Patienten haben eine Abneigung gegenüber jeder Form von körperlicher Anstrengung. Sie brauchen ihre festen Tagesabläufe und reagieren ängstlich auf jede Veränderung. Capsicum
Geistige und körperliche Erschöpfung nach übermäßiger und lang andauernder Belastung, sowie nach langen und erschöpfenden Erkrankungen. Die Patienten sind nervös, schnell gereizt, unruhig und überempfindlich. Beim geringsten Geräusch zucken sie erschreckt zusammen. Kalium phosphoricum
Erschöpfungszustände mit großer Müdigkeit und innerer Unruhe. Der Kopf fühlt sich schwer an. Begleitend tritt ein drückender Schmerz an der Nasenwurzel auf. Zincum metallicum
Zustände von nervöser Erschöpfung und allgemeiner Schwäche. Begleitend treten Herzklopfen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten auf. Die Patienten sind kaum in der Lage, sich länger auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren. Geistige Anstrengung verschlimmert die Beschwerden. Avena sativa
Körperliche Erschöpfung bei Frauen nach akuten Erkrankungen. Besonders stark leiden Frauen während der Wechseljahre unter Schwächezuständen. Conium maculatum
Starke körperliche Erschöpfungszustände, bei denen der gesamte Körper von kaltem Schweiß bedeckt ist. Die Patienten möchten nicht zugedeckt sein. Medorrhinum
Die Patienten frieren und zittern am ganzen Körper. Sie sind sehr empfindlich gegenüber kalter Luft, überaus erschöpft und müde. Mezereum
Erschöpfung durch übermäßige körperliche und geistige Überanstrengung. Die Patienten sind geschwächt und leiden unter Schlafstörungen und Krämpfen. Cuprum metallicum
Erschöpfungszustände nach großem Blutverlust durch Verletzungen oder Operationen. Auch nach einer Erkältung oder einem grippalen Infekt kann eine außerordentlich große Schwäche zurückbleiben. Die Patienten fallen in Ohnmacht, werden bewusstlos, können nichts mehr Sehen oder hören ein Klingeln in den Ohren. China officinalis
Starke körperliche und geistige Erschöpfung. Die Patienten sind blass und empfindlich gegenüber Lärm. Sie haben ein großes Bedürfnis nach Ruhe und leiden unter Antriebslosigkeit. Langsame Bewegung an der frischen Luft führt zu einer Besserung. Ferrum metallicum
Die Patienten sind nach großer geistiger Anstrengung erschöpft. Ablenkung und leichte Bewegung bessern das Befinden. Piper methysticum

Homöopathische Komplexmittel

Häufige Fragen

Welche homöopathischen Mittel helfen bei Erschöpfung?

Bei Erschöpfung kommen in der Homöopathie u.a. folgende Mittel in Frage: Lachesis, Gelsemium, Calcium carbonicum, Abrotanum, Acidum phosphoricum. Welches Mittel im Einzelfall passt, hängt von den genauen Symptomen, dem Verlauf und den individuellen Begleitumständen ab.

Wie wird Erschöpfung homöopathisch behandelt?

Die Auswahl des passenden Mittels richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild. Wichtig sind Lokalisation der Beschwerden, Auslöser, Verlauf, Begleitsymptome sowie Faktoren, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern.

Welche Potenz wird bei Erschöpfung in der Selbstbehandlung empfohlen?

Für die Selbstbehandlung akuter Beschwerden werden meist die Potenzen D6 und D12 verwendet. Bei einer akuten, heftigen Verschlechterung kann auch eine einmalige Gabe der C30-Potenz sinnvoll sein. Bei chronischen Verläufen sollte die Behandlung von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden.

Wann sollte ich bei Erschöpfung zum Arzt gehen?

Bei hohem Fieber, plötzlicher Verschlechterung, Atemnot, starken Schmerzen, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder bei Säuglingen unter einem Jahr ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Im Notfall: 112.

Hinweise zur homöopathischen Anwendung

Bevor Sie ein homöopathisches Mittel selbst anwenden, lesen Sie bitte die folgenden Hinweise – sie helfen Ihnen, das passende Mittel zu wählen, richtig zu dosieren und die Grenzen der Selbstbehandlung einzuschätzen.

Heilpraktikerin Ulrike Schlüter

Fachlich geprüft & verfasst von

Ulrike Schlüter

Heilpraktikerin & Medizinjournalistin · Eifel

Seit fast 30 Jahren begleitet mich die Homöopathie auf meinem Lebensweg. Die sanfte und schnelle Wirkung homöopathischer Mittel bei einer eigenen Erkrankung hat mich beeindruckt und meine berufliche Laufbahn tiefgreifend geprägt. Mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungen und der praktischen Arbeit in eigener Heilpraktiker-Praxis habe ich mich zu einer Expertin auf dem Gebiet der Homöopathie entwickelt. Mein heutiger Schwerpunkt liegt in der Wissensvermittlung – in Kursen, Artikeln und der Begleitung von Familien zu mehr Selbstwirksamkeit in Gesundheitsfragen.

  • Zweijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie
  • Frauenspezifische Beschwerden in der homöopathischen Praxis
  • Homöopathische Begleitung psychischer Erkrankungen
  • Sehgal-Methode in der Homöopathie
  • Intensiv-Training homöopathischer Akutbehandlung
  • Homöopathische Behandlung von Kindern

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!